Hirnfurz von Mensch + Maschine 🤪

Prompt:

wie nennt man es, wenn Investoren eine Firma übernehmen, aber die Kosten dafür in die Bilanz der Firma schieben?

Response:

Den genauen Vorgang, bei dem die Schulden für den Kauf eines Unternehmens auf das gekaufte Unternehmen selbst übertragen werden, nennt man in der Finanzwelt Debt Push-Down (wörtlich: "Schulden-Hinabdrücken").

Dieser Vorgang ist der zentrale Mechanismus bei einem sogenannten Leveraged Buyout (LBO), also einer fremdfinanzierten Übernahme.

Hier sind die wichtigsten Begriffe und wie das Ganze funktioniert:

1. Der Leveraged Buyout (LBO)

Das ist der Überbegriff für diese Art von Transaktion. "Leveraged" bedeutet "gehebelt". Investoren (oft Private-Equity-Fonds) kaufen ein Unternehmen und setzen dafür nur sehr wenig eigenes Geld (Eigenkapital) ein. Der größte Teil des Kaufpreises wird durch Kredite (Fremdkapital) finanziert. Durch den geringen Eigenkapitaleinsatz maximieren die Investoren ihre prozentuale Rendite (den sogenannten Hebeleffekt oder Leverage-Effekt).

2. Der Debt Push-Down (Der "Schulden-Trick")

Damit die Investoren die Zinsen für diese riesigen Kredite nicht selbst zahlen müssen, wenden sie den Debt Push-Down an. Das funktioniert in der Regel so:

Warum wird das gemacht?

Neben dem Hebeleffekt für die Investoren hat dies einen enormen steuerlichen Vorteil: Die hohen Zinszahlungen für den Kredit schmälern den Gewinn des Unternehmens. Dadurch muss das gekaufte Unternehmen drastisch weniger oder gar keine Ertragssteuern mehr zahlen.

Umgangssprachliche Bezeichnung

In der deutschen Politik und Öffentlichkeit wurde diese Praxis Mitte der 2000er Jahre stark kritisiert. Der damalige SPD-Chef Franz Müntefering prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der "Heuschrecken" (Heuschreckenkapitalismus). Damit war gemeint, dass Finanzinvestoren über Unternehmen herfallen, sie mit Schulden beladen (ausbluten lassen) und nach ein paar Jahren weiterziehen.